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17.04.2026 / Yegor Zabelov – accordion fighter

Beginn: 19.30 Uhr (Einlass ab 19.00 Uhr)
Eintritt: 15 € / "werkstatt"-Vereinsmitglieder 10 € / ermäßigt 5 €
Kein Vorverkauf möglich, Reservierung per Mail an: info@werkstatt-ev.de

Foto: Ana Maria Dinis

"Als kämpfte er mit einem widerspenstigen Tier

Ein Meister des Akkordeons tourt durch Europa und führt sein Publikum »durchs Dunkle zum Licht«.
Zabelov setzt Pedale ein, um bestimmte Soundeffekte zu erzielen, Töne zu verfremden. Manchmal meint man wirklich, elektronische Musik zu hören, Synthesizer, aber es ist am Ende immer nur Musik aus diesem einen Akkordeon.
Zabelov lässt das Akkordeon keuchen, fauchen, es flüstert, röchelt und klackert, wenn er manchmal nur die Bassknöpfe bedient, ohne Luft zu geben. Der ganze Apparat heult auf nach jähen Balgwechseln, vom Spieler mit voller Kraft aufgezogen, oder wimmert, wenn die Luft mit Macht zusammengepresst wird. Es wirkt beizeiten, als kämpfte Zabelov mit einem widerspenstigen Tier.
Jedenfalls spielt er nicht, sondern arbeitet, hart. Und er liefert. Er sagt, und das wirkt nicht auswendig gelernt, sondern aufrichtig, dass er den Schmerz und die Geschichte seiner Heimat in Musik übersetzen wolle. Auf alle Fälle versteht er es, große Gefühle zu inszenieren – und zu wecken.
Selbst in der kühlen Kongresshalle von Tampere gelingt ihm diese Aufführung eines minimalistischen musikalischen Dramas, in dem das Publikum »durch das Dunkle hindurch zum Licht kommt«, wie er sagt. Sein Lohn dafür ist helle Begeisterung im Saal.
"

Aus einem Porträt von Ullrich Fichtner bei SPIEGEL Online vom 07.11.2025 (nur für Abonenten) mit dem Fazit: "Eine Begegnung ... mit Yegor Zabelov – einem Künstler, der berühmter sein sollte."

Yegor Zabelov ist einer der originellsten Akkordeonspieler Europas. Er ist Komponist und Autor von Musik für Theateraufführungen und Filme. Zabelovs Musik lässt sich als experimenteller Mix aus Akkordeon, Avantgarde, Jazz und neoklassischen Klängen beschreiben. Er ist dafür bekannt, erstaunliche Klänge zu produzieren, die über die übliche Akkordeonmusik hinausgehen.

Zabelov selbst findet Einflüsse für seine Kompositionen in minimalistischen Klassikern: Philip Glass, Steve Reich, Michael Nyman und auch Arvo Pärt, der finnische experimentelle Akkordeonist Kimmo Pohjonen und das Jazztrio Esbjörn Svensson Trio.

Zabelov widmet seine Arbeit der Erforschung der Möglichkeiten des Instruments, auf das er sich spezialisiert hat, und lotet dabei gekonnt dessen Grenzen aus. In seinen Händen wird das Akkordeon zum Werkzeug mystischer Erlebnisse und seine Auftritte gleichen einem musikalischen Ritual.

Foto: Mickey Obo

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